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Was haben Mittelohrentzündungen mit der Sprachentwicklung zu tun?

Vermehrte Mittelohrentzündungen bei Kleinkindern

Es ist normal, dass die Eustachische Röhre (die Verbindung zwischen dem Nasen-/Rachenraum und dem Mittelohr) bei Kindern noch kürzer ist als bei Erwachsenen.


Bei Infekten wie Erkältungen oder der Grippe, die bei Kleinkindern leidlich häufig auftreten, kann der Infekt aufgrund der verkürzten Röhre leichter auf das Mittelohr übergehen.


Mittelohrentzündungen und die Sprachentwicklung

Mittelohrentzündungen sind für Kinder meist sehr schmerzhaft. Als wäre das nicht belastend genug, muss man hier zwei wichtige Dinge für die Sprachentwicklung beachten:


1. Während einer Mittelohrentzündung hören Kinder oft mehrere Wochen lang weniger oder kaum. Selbstverständlich kann ein Kind ohne Sprachinput keine neuen Wörter lernen. Das ist bei vereinzelten Mittelohrentzündungen und vor allem bei Kindern, die keine Sprachentwicklungsverzögerung aufweisen, unbedenklich. Sollten Entzündungen aber häufig auftreten und das Gehör in dieser Zeit stark betroffen sein, kann eine wichtige Sprachentwicklungsphase verpasst werden und das Aufholen mit Gleichaltrigen wird schwierig.


2. Nach Abklingen einer Mittelohrentzündung besteht die Gefahr eines Paukenergusses. Bei einem Paukenerguss kann Flüssigkeit aus dem Mittelohr nicht mehr abfließen und sammelt sich dort. Kinder mit Paukenerguss hören oft über einen sehr langen Zeitraum (fast) nichts, ohne, dass dies bemerkt wird.


Das würde ich sofort bemerken!

Du denkst, du würdest sofort bemerken, wenn dein Kind nicht gut hört?

Sehr viele Eltern bemerken es nicht – und das sind keine Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen oder es ihnen vielleicht sogar egal ist. Nein, darunter sind sehr gute Eltern! Denn Kinder, die schlecht hören, passen sich sehr geschickt und schnell diesen neuen Bedingungen an. Sie interpretieren Gestik, Mimik, Körpersprache und Lippenbewegungen. Sie wissen ja noch nicht, dass es nicht normal ist, dass sie plötzlich weniger hören, also geben sie nicht Bescheid.


Worauf muss ich nach einer Mittelohrentzündung achten?

Nach einer Mittelohrentzündung solltest du also immer besonders auf folgendes achten:

  • Hört mein Kind mich – auch wenn es mich nicht sieht?

  • Reagiert mein Kind, auch wenn ich nicht auf den gewünschten Gegenstand zeige?

  • Wächst der Wortschatz meines Kindes weiter?

  • Hat mein Kind sprachliche Rückschritte gemacht?


Paukenerguss – und jetzt?

Ob dein Kind wirklich einen Paukenerguss hat, kann dir eure HNO-Ärzt*in sagen. Sie kann auch entscheiden, ob Paukenröhrchen gesetzt werden sollen oder ein anderer Behandlungsweg in Frage kommt.

Manchmal wird auch kurz nach einer Mittelohrentzündung dazu geraten, abzuwarten, ob sich der Paukenerguss von selbst ergibt. Sollte das Problem schon länger bestehen, betone hier, dass du dir Sorgen machst, dass dein Kind sich sonst sprachlich nicht altersgemäß entwickelt. Wirst du mit der Sorge nicht ernst genommen, kannst du in Erwägung ziehen, zu einer anderen HNO-Ärzt*in zu wechseln.


Du bist dir unsicher, ob dein Kind schon sprachentwicklungsverzögert ist?

Solltest du dir nun unsicher sein, ob dein Kind vielleicht schon sprachentwicklungsverzögert ist, lies doch die Artikel Wie viele Wörter sollte mein Kind schon sprechen? und Was bedeutet Late Talker?


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