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U7-Untersuchung und das Kind spricht nicht – verwächst sich das?

Aktualisiert: 18. Okt.


Vater mit Kleinkind vor einem Haus Sprachförderung

Eltern von Kindern, die mit zwei Jahren noch nicht oder sehr wenig sprechen, sind häufig verunsichert. Kein Wunder – die Ratschläge und Meinungen von außen prasseln nur so auf sie ein:


"Jedes Kind ist anders. Lass ihm Zeit!"

"Da solltest du aber dringend sofort handeln!"

"Lies deinem Kind mehr vor!"

"Das verwächst sich noch."

"Manche Kinder sammeln die Wörter und sprechen dann plötzlich in Sätzen."

"So früh bringt Logopädie sowieso nichts."


Doch was stimmt denn nun?

Wenn ein zweijähriges Kind noch nicht spricht, ist das erstmal kein Grund zur Panik. Abwarten ist aber nicht empfehlenswert, denn von selbst verwächst sich das in den meisten Fällen nicht. Genau genommen holt nur ein Drittel der Kinder, die mit 24 Monaten noch keine Wörter kombinieren, von selbst bis zum dritten Geburtstag auf.


Aber am Ende lernen doch alle Kinder sprechen, oder?

Das stimmt so leider nicht ganz. Die meisten Erwachsenen können sprechen. Es gibt auch nonverbale Menschen, die auf anderen Wegen kommunizieren. Aber ja – die meisten Kinder lernen irgendwann sprechen. Trotzdem ist es nicht egal, wann dein Kind sprechen lernt. Denn sprachentwicklungsverzögerte Kinder haben ein erhöhtes Risiko für eine Sprachentwicklungsstörung und andere sprachliche Schwierigkeiten. Sie haben Schwierigkeiten mit der Sprachverarbeitung und können so langfristig Probleme in den Bereichen Aussprache, Wortschatz, Grammatik und Rechtschreibung haben.


Frühintervention wird empfohlen – und ist erwiesenermaßen wirksam

Der erste Schritt ist der Weg in die Pädaudiologie oder zur HNO-Ärzt*in. Denn ein Kind, das nicht oder wenig hört, lernt nicht so einfach sprechen. Aufgrund der niedrigen Aufholquote wird außerdem in den Leitlinien empfohlen, sprachentwicklungsverzögerte Kinder früh zu fördern. Denn die sprachsensible Phase endet circa mit dem dritten Geburtstag. Bis dahin ist die Zeit, in der das kindliche Gehirn besonders empfänglich für sprachlichen Input ist. Hierbei gibt es zwei Wege der Intervention, die auch kombiniert werden können: die elternzentrierte und die kindzentrierte Intervention.


Bei der elternzentrierten Intervention werden die Eltern darin angeleitet, wie sie ihr Kind im Alltag sprachlich fördern können. Da Eltern so viel mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen als es eine Therapeut*in jemals könnte, ist diese Interaktion besonders wichtig für die Sprachentwicklung. Die Eltern lernen, wie sie Alltagssituationen sprachförderlich gestalten können und wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes einschätzen und mit einfachen Methoden fördern können. Die Wirksamkeit einer elternzentrierten Intervention ist bewiesen. Du kannst sie in meinem Coaching oder im Pocketcoaching Late Talker in Anspruch nehmen.


Wenn dein Kind ein geringes Sprachverständnis hat, wird zusätzlich zur elternzentrierten Intervention eine kindzentrierte Intervention empfohlen. In diesem Fall arbeitet eine Logopäd*in oder Sprachtherapeut*in ein- bis zweimal wöchentlich direkt mit deinem Kind und du führst die Förderung zu Hause fort. Für diese Behandlung benötigst du eine Verordnung von der Kinderärzt*in.


Du bist dir nicht sicher, was dein Kind braucht? Schreib mir eine E-Mail an info@danicullen.de und ich berate dich gerne dazu, wie es weitergeht.


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