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Dein Kind spricht nicht, versteht aber alles?

Aktualisiert: 13. März


Viele Eltern von sprachentwicklungsverzögerten Kindern können nicht nachvollziehen, warum ihr Kind nicht spricht. Schließlich versteht es doch alles!


Tatsächlich ist das häufig der Fall. Denn das Sprachverständnis ist der Sprachproduktion immer ein gutes Stück voraus. Warum du unter Umständen trotzdem dein Kind sprachlich fördern solltest und wie du herausfindest, ob dein Kind wirklich so viel versteht, findest du in diesem Beitrag heraus.



Eltern überschätzen oft das Sprachverständnis ihres Kindes


Studien konnten zeigen, dass Eltern sehr gut darin sind, die Anzahl der Wörter, die ihr Kind spricht, einzuschätzen. Jedoch weicht ihre Einschätzung des Sprachverständnisses häufig von dem ab, was standardisierte Tests zeigten. Woran liegt das?


Das hat zwei Gründe:


Einerseits wird häufig unterschätzt, wie viel das Kind denn schon verstehen sollte. Wenn ein

zweijähriges Kind, das noch gar nicht spricht, einfache Anweisungen versteht und ausführen kann, ist es damit der Sprachproduktion voraus. Das wird von den Eltern als positiv gewertet. Jedoch kann man bei einem altersgemäßes Sprachverständnis in diesem Alter erwarten, dass das Kind schon kompliziertere zweischrittige Anweisungen versteht und umsetzen kann (z. B. "Geh in den Garten und hol den Ball.").


Andererseits sind Kleinkinder sehr gut darin, den Kontext von Äußerungen und die Körpersprache zu lesen. Ein Beispiel:

Dein Kind hat fertig gegessen und du sagst: "Super, und jetzt ab zum Händewaschen!"

Dein Kind steht auf und geht ins Badezimmer. Du denkst, dass es den Satz verstanden hat.

Aber bittest du dein Kind nicht immer nach dem Essen darum, jetzt seine Hände zu waschen? Und hast du nicht eben in Richtung des Badezimmers genickt?



So findest du mehr darüber heraus, wie viel dein Kind wirklich versteht


Folgende Ideen ersetzen keine formelle Diagnostik! Wenn du etwas mehr darüber herausfinden möchtest, wie viel dein Kind versteht, kannst du das ausprobieren:


  1. Stell deinem Kind eine Entweder-/Oder-Frage. Zeige dabei nicht auf die Optionen. "Möchtest du x oder y?"

  2. Stelle eine Frage, von der du weißt, dass dein Kind sie sicher mit "Nein" (oder einem Kopfschütteln) beantworten würde. "Spinat ist dein Lieblingsessen, oder?"

  3. Fordere dein Kind zu etwas auf, das nicht zur Situation passt. Zum Beispiel sitzt ihr am Esstisch und du sagst: "Gib mir bitte den Ball!" oder ihr spielt mit Bausteinen und du fragst: "Wie hoch kannst du hüpfen?"



Dein Kind versteht aber wirklich alles?


Das ist ein gutes Zeichen! Denn Kinder, die mit zwei Jahren noch keine Wörter kombinieren, aber ein gutes Sprachverständnis haben, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sprachlich aufzuholen. Doch auch bei ihnen besteht noch ein erhöhtes Risiko, eine Sprachentwicklungsstörung zu entwickeln. Denn das Sprachverständnis ist nur eins von mehreren Vorläuferfähigkeiten des Sprechens. Das sind die Fähigkeiten auf denen das Sprechenlernen aufbaut. Wenn also eine (oder mehrere) der anderen Vorläuferfähigkeiten nicht ausgeprägt genug sind, müssen diese zuerst gefördert werden.


Mit einfachen Methoden kannst du dein Kind sprachlich fördern. Was genau du bei deinem Kind fördern kannst und wie dir das gelingt, zeige ich dir im Audiokurs Pocketcoaching Late Talker.


Über den Button erfährst du mehr und kannst das Pocketcoaching auch kostenlos testen:




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