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Mettaling und Totodil: Wie Kinder lernen, Wörter richtig auszusprechen

Aktualisiert: 23. Juni 2023


Ein Gastbeitrag von Wiebke Schomaker

Hallo, ich bin Wiebke Schomaker, Logopädin und Autorin des Elternblogs starkesprache.de. Dort schreibe ich für Eltern, die Fragen zur Sprachentwicklung ihres Kindes haben und wissen wollen, wie sie ihr Kind beim Sprechen lernen unterstützen können.



Dass Kinder am Anfang der Sprachentwicklung noch nicht alle Wörter richtig aussprechen können, ist völlig normal. Denn erst nach und nach lernen sie die Aussprache aller Laute.

Wann sich welche Laute entwickeln, welche Aussprachefehler bis wann typisch sind und bei welchen Auffälligkeiten du genauer hinschauen solltest, erkläre ich dir in diesem Artikel.



Die Entwicklung der Aussprache von 1 bis 5 Jahren

Die ersten Wörter, die Kinder sprechen, bestehen meistens aus den Lauten M, N, P, B, D, T und den Vokalen zum Beispiel: Mama, Papa, Oma, Opa, Ba (für Ball) oder Didi (für Schnuller). Diese ersten Laute werden alle vorne im Mund mit den Lippen und der Zungenspitze gebildet.

Ab ca. 2 bis 2,5 Jahren kommen viele weitere Laute dazu, zum Beispiel W, F, L und S, so dass die meisten Kinder mit Ende des dritten Lebensjahres schon fast alle Laute sprechen können und immer besser verstanden werden.

Mit etwa 3 bis 3,5 Jahren können Kinder dann meistens auch die etwas schwierigeren Laute K, G, J und R sprechen, die weiter hinten im Mund gebildet werden.


Zum Schluss entwickeln sich die Zischlaute: Das CH-1 (wie in Milch) können viele Kinder erst mit 4 bis 4,5 Jahren sprechen und das SCH bilden viele Kinder erst mit 4,5 bis 5 Jahren korrekt.

Die Graphik zeigt die Entwicklung der Laute nochmal auf einen Blick:






Welche typischen Aussprachefehler gibt es?

Aussprachefehler sind am Anfang der Sprachentwicklung ganz normal. Dabei machen fast alle Kinder die gleichen Lautersetzungen, zum Beispiel:

  • wird K durch T ersetzt (aus Kuchen wird „Tuchen“)

  • wird G durch D ersetzt (aus gelb wird „delb“)

  • wird SCH durch S ersetzt (aus Schuh wird „Suh“).

Schwierige Wörter vereinfachen Kinder in den ersten zwei bis drei Lebensjahren noch oft, zum Beispiel:

  • werden unbetonte Vorsilben weggelassen (aus Giraffe wird „Raffe“)

  • werden letzte Konsonanten weggelassen (aus Vogel wird „Voge“)

  • werden Konsonantenverbindungen vereinfacht (aus Schnee wird „Nee“).


Bei welchen Auffälligkeiten in der Aussprache solltest du genauer hinschauen?

Wie gesagt: Viele Aussprachefehler sind in den ersten Lebensjahren ganz normal. Es gibt jedoch einige Auffälligkeiten, bei denen du genauer hinschauen solltest. Wenn du eine der folgenden Beobachtungen machst, dann hole dir kinderärztliche und sprachtherapeutische/logopädische Beratung. So kann geprüft werden, ob dein Kind Unterstützung bei der Aussprache braucht.


  • Dein Kind macht viele Aussprachefehler, die ganz anders klingen als bei gleichaltrigen Kindern (Beispiel: Es ersetzt bei allen Wörtern T mit K).

  • Dein Kind macht Aussprachefehler, die typisch für jüngere Kinder sind (Beispiel: Es ersetzt mit vier Jahren noch bei allen Wörtern R mit H).

  • Das Sprechen deines Kindes wirkt mühsam und dein Kind ist sich unsicher, welche Sprechbewegungen es machen muss.

  • Dein Kind atmet sehr oft durch den Mund (auch ohne Erkältung) und speichelt viel (auch außerhalb des Zahnens).


Bei einer auffälligen Aussprache ist es immer sinnvoll, die Hörfähigkeiten des Kindes zu testen. Denn manchmal versteckt sich eine leichte Schwerhörigkeit hinter einer verzögerten Sprachentwicklung, zum Beispiel durch Paukenergüsse im Ohr. Um Laute richtig aussprechen zu können, ist es wichtig, sie ganz genau hören zu können.

Auch zu Hause kannst du viel dafür tun, um dein Kind bei Aussprachefehlern zu unterstützen. In meinem 15-seitigen Logopädie-Leitfaden für 0€ verrate ich 5 Strategien zur spielerischen Förderung der Aussprache. Hier kannst du dich eintragen, um den Leitfaden in dein E-Mail-Postfach zu bekommen: https://starkesprache.de/leitfaden-aussprache/


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